Bio + Persönlich-Philosophisches


Stephan Eppinger

Studium von klassischem Schlagwerk und Jazzschlagzeug in Graz (A) und Hilversum (NL)
Seit 1990 in München
1990-2002 Drum-Unterrichtstätigkeit an der NEW JAZZ SCHOOL MÜNCHEN

 

Meine Neugier hat mich davon abgehalten, auf meinem Hauptinstrument ein Virtuose mit Zirkuspotential zu werden.
…Ich bekomme auch die Krise auf diesen Drum-Workshops :-)))
Aber die Virtuosität erscheint mir auch gar nicht so wichtig.

Mich interessieren neben dem Drumset, meinem nach wie vor zentralen Wirkungsbereich, mehrere andere Instrumente, die ich zumindest soweit bedienen kann, daß etwas Musik dabei herauskommt. Ein Allrounder also, ein “Multidilletant” sozusagen 🙂
Des musikalischen Lebens ganze Fülle erschließt sich mir im Musikantendasein, da wo Musik um der Musik Willen entsteht.
Meine lieben Freunde und Kollegen Norbert Nagel oder Herbert Berger fügen dem noch die Virtuosität hinzu – besser geht’s nicht!
Ich unterscheide nicht so sehr zwischen Kunst und Handwerk und bin kein Stil-Purist.
Was nützt die komplizierteste Phrase, wenn es nicht swingt?

Was nützt die größte Virtuosität, wenn ich mein Publikum nicht berühren kann damit, wenn die Musik kalt oder abgehoben bleibt?
Die Stilrichtung erscheint mir hier eher sekundär. Das Timing jedoch elementar.

Die Erfahrung zeigt mir, daß das Publikum genau dort anfängt mitzuerleben, wo die Musik “echt” ist.
Deshalb sehe ich es als mein Hauptziel, die Zuhörer emotional zu erreichen, mitzunehmen und teilhaben lassen
an einer (hoffentlich) interessanten musikalischen Geschichte.

Was mich interessiert, ist die potenzierte Kraft und Energie, die durch ein musikalisches Verlinken, durch ein Miteinander-Musizieren
entstehen kann, Empathie in die Musik zu bringen, gemeinsam Spannung zu kreieren und auf einer Spannungswelle dahinzufliegen.
Jazz ist wahrscheinlich die Musik, die diese Kommunikation am ehesten ermöglicht.

Natürlich erfordert die Kommunikation als Grundstein im Spielen von Musik ein Mindestmaß an handwerklichen Fähigkeiten.
Das Ausschlaggebende hierbei finde ich jedoch ein Verwachsen mit dem Instrument über die Jahre, es wie eine Stimme bedienen zu können, wie eine Sprache, die man verinnerlicht hat. Töne zu erzeugen, die einen erreichen und berühren, damit letzten Endes die Musik spricht – nicht das Hirn und nicht das Ego – und spürbar wird, daß die Musik vom Herzen kommt.
Ich glaube, daß handgemachte Musik auch (oder gerade) in Zeiten des Informationsüberflusses und
der Schnelllebigkeit immer ein Quell echter Emotion und ein echtes Erlebens bleibt 🙂